DER DEUTSCHE FERNSEHPREIS 2009: Die Nominierungen

Bettina Böttinger
Die Juryvorsitzende Bettina Böttinger und die anderen Mitglieder der Jury haben die Nominierungen in Berlin bekanntgegeben.


„Prägendes fand die Jury vor allem rund um das Thema zwanzig Jahre Mauerfall sowie im Trend, mit Mehrteilern Event-Marken zu setzen und im Bereich Comedy, wo Kunstfiguren und junge Comedians unterwegs sind, die Satire neu im TV verorten. Comedy versteht sich als anarchische Rückkopplung zum aktuellen News-Programm“,
so die Juryvorsitzende Bettina Böttinger bei der Bekanntgabe der Nominierungen am 2.September in Berlin am Palais am Festungsgraben.

Die Nominierung im Überblick mit Hintergrundinfos

•    Mehrteiler boomen: Jury würdigt die drei Besten in einer eigenen Kategorie und nominiert „Wir sind das Volk“, „Die Wölfe“ und
     „Die Patin“
•    Fernsehfilm: gesellschaftlich relevante Themen und Deutscher Herbst
•    2009 – Jahr der Jubiläen und Jahrestage: Zeitgeschichte in Fernsehfilm und Dokumentation
•    Dokumentation: Geschichtsevent, Langzeitbeobachtung und klassischer Dokumentarfilm
•    Reportage: gesellschaftsrelevant, hochpolitisch und engagierte Presenter
•    Die besten Frauen: Senta Berger, Anja Kling und Gisela Schneeberger
•    Die besten Männer: Josef Hader, Axel Milberg und Matthias Schweighöfer
•    Superwahljahr: Nominierung der Informationskategorie folgt Mitte September
•    Comedy: Hape Kerkeling gegen Oliver Welke und die TV-Helden
•    Unterhaltung: Gottschalk gegen Barth und Raab
•    Serie: Ein Mönch, ein Lehrer und ein Mädchen vom Lande
•    Gesamtbild: „Wir sind das Volk“ (Sat.1) vorne mit sechs Nennungen, gefolgt von „Mogadischu“ (ARD) und „Ein halbes Leben (ZDF)
     mit vier und „Die Wölfe“ (ZDF) mit drei Nennungen

Berlin/Köln, 02. September 2009: DER DEUTSCHE FERNSEHPREIS gibt heute in Berlin die Nominierungen 2009 bekannt. Die neunköpfige Jury unter der Leitung von Bettina Böttinger wählte aus rund 1.300 Programmvorschlägen für 19 Fernsehpreiskategorien aus.

Mehrteiler boomen: Eigene Kategorie für „Bester Mehrteiler“
Starke Produzentenleistungen, große Senderanstrengungen, hohes Production-Value – um die stetig steigende Zahl der Mehrteiler angemessen zu würdigen, wurden zwei einzelne Kategorien aufgestellt. In der Kategorie „Bester Mehrteiler“ treten „Die Patin – Kein Weg zurück“ (teamWorx, RTL), „Wir sind das Volk – Liebe kennt keine Grenzen“(Olga Film, Sat.1) und „Die Wölfe“ (Ziegler Film, ZDF) gegeneinander an.

„Prägendes fand die Jury vor allem rund um das Thema zwanzig Jahre Mauerfall sowie im Trend, mit Mehrteilern Event-Marken zu setzen und im Bereich Comedy, wo Kunstfiguren und junge Comedians unterwegs sind, die Satire neu im TV verorten. Comedy versteht sich als anarchische Rückkopplung zum aktuellen News-Programm“, so die Juryvorsitzende Bettina Böttinger bei der Bekanntgabe der Nominierungen in Berlin.

Fernsehfilm: gesellschaftlich relevante Themen und Deutscher Herbst
In der Kategorie „Bester Fernsehfilm“ werden Werke mit sozial gesellschaftlich und politisch relevanter Thematik aus der jüngsten deutschen Vergangenheit und von heute nominiert: „Ein halbes Leben“ (Allegro Film/ZDF), „Ihr könnt euch niemals sicher sein“ (Cologne Film, ARD) und „Mogadischu“ (teamWorx, ARD). Bei diesen drei Fernsehfilmen sieht die Jury gleichzeitig die besten Regieleistungen. So sind in der Kategorie „Beste Regie“ Nikolaus Leytner für „Ein halbes Leben“, Roland Suso Richter für „Mogadischu“ und Nicole Weegmann für „Ihr könnt euch niemals sicher sein“ nominiert.

2009 – das Jahr der Jubiläen und Jahrestage
Die Aufarbeitung der jüngsten deutschen Geschichte bleibt das zentrale Thema des Fernsehjahres – in Fernsehfilm, Mehrteiler und Dokumentation. Schwerpunkte bilden die Aufarbeitung jüngster deutscher Geschichte mit 60 Jahre BRD, der deutsche Herbst und 20 Jahre Mauerfall. Diese findet in Fernsehfilmen und Mehrteilern, Reportage und Dokumentation gleichermaßen statt.

Dokumentation: Geschichtsevent, Langzeitbeobachtung und klassischer Dokumentarfilm
In der Kategorie „Beste Dokumentation“ zeigt sich in diesem Jahr eindrucksvoll die gesamte dokumentarische Bandbreite: Eine aufwendige Langzeitbeobachtung, ein hervorragend recherchierter, klassischer Doku-mentarfilm mit Handschrift sowie ein Doku-Event, das deutsche Geschichte populär vermittelt und einem breiten Publikum zugänglich macht. Nominiert sind: „Berlin – Ecke Bundesplatz“ (Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich, Känguruh-Film für 3sat), „Freundschaft! Die Freie Deutsche Jugend“ (Lutz Hachmeister und Mathias von der Heide, HMR Produktion für die ARD) und „Die Deutschen“ (Christian Feyerabend u.a., Gruppe 5 Filmproduktion für das ZDF).

Reportage: gesellschaftsrelevant, hochpolitisch, mit engagierten Presentern
Auch bei der Reportage zeigt sich ein weites Feld mit unterschiedlichstem Inhalt und Aufwand. So treten als Presenter Claus Kleber mit „Die Bombe“ (ZDF) und Sven Kuntze mit „Gut sein auf Probe – Ein Egoist engagiert sich“ (ARD) zwei erfahrene Journalisten gegen das Reportage-Debüt „Die Weggeworfenen“ (ZDF) von Lutz Ackermann, Anita Blasberg und Marian Blasberg an.

Hoher journalistischer Anspruch und bildstarke Umsetzung beim Sport
Der Sport hat weiterhin mit der Dopingproblematik zu kämpfen. Die Jury setzt auf hohen journalistischen Anspruch, Innovation in der Umsetzung und gut vermitteltes Expertenwissen. Die Jury nominiert die Leichtathletik-WM (ZDF), sport inside (WDR) und die Sportschau vom 23.05.09 (ARD/WDR).

Superwahljahr: Neue Sendungskonzepte suchen Bürgernähe
Bürgernähe ist das Stichwort bei dem Versuch der Sender, Politik populär zu vermitteln. In neuen Sendungskonzepten rund um die Wahlen 2009 befragen Bürger Politiker, werden Politiker dem Alltagstest unterzogen oder das Stimmungsbarometer der Wähler vor deren Haustür eingeholt. Die Jury behält sich vor, im Super-Wahljahr 2009 die Nominierung für Beste Informationssendung zu einem späteren Zeitpunkt auszusprechen.

Comedy: Hape Kerkeling gegen Oliver Welke und die TV-Helden
Neue Formate und Figuren, politische Satire jenseits des klassischen Kabaretts: Nominiert sind die „heute show“ mit Oliver Welke (ZDF), Hape Kerkeling für seine Figur Horst Schlämmer (am Beispiel der Live-Pressekonferenz vom 04.08.09) und die „TV Helden“ mit Jan Böhmermann, Caroline Korneli und Pierre M. Krause (RTL).

Die größten Entertainer: Gottschalk gegen Barth und Raab
Sie sind die Zugpferde und Quotengaranten ihrer Sender und die Lieblinge des Publikums. In der Kategorie „Beste Unterhaltungssendung/Moderation Unterhaltung“ nominiert die Jury: „Schlag den Raab“ (Pro7)mit Stefan Raab und Moderator Matthias Opdenhövel, „Wetten, dass..?“ (ZDF) mit Thomas Gottschalk und „Willkommen bei Mario Barth“ mit Mario Barth (RTL).

Serie: Ein Mönch, ein Lehrer und ein Mädchen vom Lande
Um das junge Zielpublikum bei wachsender Medienkonkurrenz an neue Formate zu binden, wagen die Sender neue Wege: Bildungsmisere trifft auf gut besetztes Lehrerkollegium, leicht inszeniertes Lokalkolorit und eine neue Programmfarbe mit aufwendig choreographierter Action. Nominiert sind drei Neustarts: „Lasko – Die Faust Gottes“ (RTL) „Franzi“ (BR) und „Der Lehrer“ (RTL).

Die besten Männer: Josef Hader, Axel Milberg und Matthias Schweighöfer
Für seine Rolle in „Verbotenes Verlangen“ (Sat.1) wurde Matthias Schweighöfer im Jahr 2000 mit dem Förderpreis des DEUTSCHEN FERNSEHPREISES ausgezeichnet. Heute ist er einer der wichtigsten deutschen Schauspieler in Film und Fernsehen und tritt gegen einen Bühnenstar und einen Großmeister ihres Fachs an. In der Kategorie „Bester Schauspieler“ sind nominiert: Matthias Schweighöfer für „Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben“ (ARD), Josef Hader für „Ein halbes Leben“ (ZDF) und Axel Milberg für „Tatort: Borowski und die heile Welt“ (ARD).

Starke Frauen: Senta Berger, Anja Kling und Gisela Schneeberger
Drei große Damen der Schauspielkunst in tragenden Rollen: eine Schauspielerin, die eine Schauspielerin spielt, eine junge Mutter und ihre bewegenden Erlebnisse kurz vor dem friedlichen Mauerfall und eine gestandene Frau am Wendepunkt ihres Lebens: die Jury nominiert Senta Berger für „Schlaflos“ (ARD), Anja Kling „Wir sind das Volk“ (Sat.1) und Gisela Schneeberger für „Mit einem Schlag“ (ARD).

Das Gesamtbild:
Der Sat.1-Zweiteiler „Wir sind das Volk“ hat mit sechs Nominierungen die meisten Nennungen erhalten. Es folgen „Ein halbes Leben“ (ZDF) und „Mogadischu“ (ARD) mit jeweils vier und „Die Wölfe“ mit drei Nennungen. Mit zwei Nennungen wurden „Die Drachen besiegen“ (ARD), „Ihr könnt euch niemals sicher sein“ (ARD), „Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben“ (ARD), „Die Patin – Kein Weg zurück“ (RTL), „Tatort: Borowski und die heile Welt“ (ARD) und „Woche für Woche“ (ARD) bedacht. Im Sendervergleich führt die ARD mit 22 Nennungen, gefolgt von ZDF (15), RTL (6), Sat.1 (4) und ProSieben (3), Dritte (2) und 3sat (1).
 

11. Preisverleihung am Samstag, dem 26. September 2009, im Coloneum
DER DEUTSCHE FERNSEHPREIS wird seit 1999 von ARD, RTL, Sat.1 und ZDF zur Würdigung hervorragender Leistungen für das Fernsehen verliehen. DER DEUTSCHE FERNSEHPREIS wird am 26. September 2009 zum 11. Mal unter der diesjährigen Federführung von Sat.1 im Kölner Coloneum verliehen. Erst an diesem Tag entscheidet die Jury, welche der nominierten Programme und TV-Leistungen mit dem DEUTSCHEN FERNSEHPREIS ausgezeichnet werden.

Die Preisverleihung wird am gleichen Abend, ab 20.15 Uhr bei Sat.1 ausgestrahlt.

Jury
Die Jury setzt sich 2009 wie folgt zusammen:
Dieter Anschlag, Chefredakteur Funkkorrespondenz
Tim Bergmann, Schauspieler
Bettina Böttinger, Journalistin und Moderatorin, encanto Film- und Fernsehproduktions GmbH, Juryvorsitz
Lutz Carstens, Chefredakteur TV Spielfilm
Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer Public Affairs, Axel Springer AG
Dr. Beatrice Kramm, Produzentin, Gf Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft GmbH
Miriam Meckel, Direktorin des Institutes für Medien- und Kommunikationsmanagement, Uni St. Gallen
Klaudia Wick, freie Journalistin und Autorin
Christian von Castelberg, Regisseur

Die Nominierung 2009 im Überblick

2009-06-01T01:00:00+00:00